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Statement des Kuenstlers


Michael St Amand

Ist es Taeuschung? Oder ist es Wahrnehmung? Vielleicht spielt beides eine Rolle in der vielschichtigen Aufgabe meine Werke zu deuten.

Wann immer Abbildungen, erkennbare Formen oder auch Bildzeichen in meinen Gemaelden und Konstruktionen in den Fokus ruecken, wird das Erfassen und Werten dieser Objekte durch den Betrachter natuerlich mit der persoenlichen Definierung dieser Objekte verbunden sein. Diesem Umstand folgt die eigene - sehr persoenliche - reaktionaere Gefuehlsregung. Ob es nun das Empfinden von Hass oder Schock ist, von Leidenschaft oder auch Mitgefuehl; jede Person wird ihre eigene Wahrheit finden - die nun mit dem Werk verbunden sein wird.

In vielen meiner Werke geht es um die Verfassung des Menschen und darum, wie wir im Vergleich mit anderen Personen zu drastischen Unterschieden bei der Interpretation eines einzigen Bildes kommen koennen, da unsere Empfindungen einer Reihe von unterschiedlichen Einfluessen ausgesetzt sind. So unterliegt unsere Wahrnehmung z.B. unserem Selbstvertrauen oder dessen Mangel, unserer persoenlichen Lebensgeschichte oder auch unserer derzeitigen Lebenssituation. Die unterschiedlichsten Dinge koennen und werden beeinflussen, wie wir die Werke wahrnehmen.

Letztendlich greife ich bei der Arbeit an meinen Werken ebenfalls auf meine eigenen Erfahrungen zurueck, um mit ihnen sozusagen "den Behaelter" aufzufuellen. Dann lasse ich meine Erfahrungen wieder herausfliessen, indem ich das, was ich fuer die Wahrheit einer Sache halte, auf der Leinwand, in einem Konstrukt, in einer Zeichnung oder in einem digitalen Stueck wiederherstelle. Mein Ziel ist dabei, Ueberlegungen hervorzurufen als auch Analysen anzuregen. Was am Ende dabei ausgeloest wird, kann alles Moegliche sein; von reaktionaerer Wut bis zur euphorischen Glueckseligkeit - ganz abhaengig von dem jeweiligen Betrachter.

Fuer mich geht es im tiefsten Sinne darum, dass die Wichtigkeit meiner Arbeit ueber die wahrgenommene Bedeutung hinaus geht und in dem eigentlichen Prozess der Werkherstellung liegt. Der Prozess ist der Kern, das Herz und die grundlegende Sprache des Werks. Er reicht von der blossen Herstellung der Leinwand, dem Malen der ersten Grundschicht, auf die 20 bis 30 weitere Schichten folgen koennen, bis das Bild fertig ist, dem Leben mit dem Werk, der Abstimmung und erneuten Anpassung bis…zu einem Punkt, wo es einfach nicht mehr schmerzt: Der Prozess ist das, was mich regelmaessig inspiriert. Wenn ich behaglich vor dem Werk sitzen kann, dann weiss ich, dass es fertig gestellt ist. Und wenn es fertig ist, dann beginne ich von vorn. Der Prozess endet nie.

In Bezug auf die Welt und die Menschheit, jeden von uns - kann meine Arbeit als Mittel benutzt werden, um die Wahrheit des eigenen Selbst und die Wahrheit der Dinge, die uns umgeben, zu untersuchen. Ob es eine individuell wahrgenommene Wahrheit oder eine tatsaechliche Wahrheit ist, wobei es zwischen diesen beiden Wahrheiten einen grossen Unterschied geben kann, aber nicht geben muss, so ist doch der Akt der Selbstanalyse durch die Beschaeftigung, sich Kunst anzusehen, immer aufschlussreich. Meine Werke sind dafuer gemacht, genau dieses zu ermoeglichen.

Michael St. Amand

English: Artist Statement

 

 



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